Grußbotschaft: Das IFIS&IZ wünscht allen Muslimen einen gesegneten Ramadan

Am 06.06.2016 beginnt der Monat Ramadan – eine Zeit des Fastens, der inneren Einkehr und der Besinnung auf das Spirituelle

Am 06.06.2016 beginnt der Monat Ramadan – eine Zeit des Fastens, der inneren Einkehr und der Besinnung auf das Spirituelle. Der Ramadan nimmt eine besondere Stellung im Islam ein und gilt gleichzeitig als "Monat des Koran", da er die segensreiche Nacht der Bestimmung (lailat al-qadr) in sich birgt, an dem erstmals die Offenbarung der heiligen Botschaft Gottes begann. Mit ihm wird auch eine wertvolle Zeit eingeleitet, die die Gläubigen zunehmend an Dankbarkeit, Bescheidenheit sowie Nächstenliebe erinnert. In diesem Sinne beglückwünscht das IFIS&IZ alle Muslime auf der Welt zum diesjährigen Ramadan und wünscht eine gesegnete Fastenzeit.

Gemäß muslimischer Gelehrter hat der Begriff „ramaḍān“ verschiedene etymologische Ursprünge und Ableitungen, wie z.B. Regen oder Glut. So wie der Sommerregen die Erde von Staub und Schmutz bereinigt, so werden durch das Fasten auch die Muslime und ihre Herzen von ihren Fehltaten und Sünden bereinigt. Die Glut und der brennende Durst des Fastenden, die er aufgrund des Verzichts auf Essen und Trinken verspürt, verbrennen seine Sünden, Missetaten und Verfehlungen (vgl. ar-Rāzī: at-Tafsīr al-kabīr, 5/71; Elmalılı M. Hamdi Yazır: Hak Dini Kur'an Dili, 1/507)

Unter Fasten (arab.: ṣaum) versteht man die „Enthaltsamkeit um Gottes Willen“. Einen Monat lang enthalten sich Muslime von Morgendämmerung bis Sonnenuntergang von jeglicher Nahrung und können gemäß folgender Überlieferung darauf hoffen, dass Allah (t) dies höchstpersönlich belohnen wird: „[…] Den Lohn für das Fasten bestimme alleine Ich. Denn Essen, Trinken und Begierden, auf diese verzichtet er nur für Mich.” (al-Buḫārī, Ṣaum, 2) Diese bewusste Enthaltsamkeit bezieht sich jedoch nicht nur auf den Verzicht von Essen und Trinken, sondern auch auf das Unterlassen jeglichen Übels, wie Nachrede, Verleumdung, Lügen oder sinnloses Gerede (vgl. Koran 2/183). Neben der Verdeutlichung der existenziellen Bedeutung göttlicher Gaben wird gleichermaßen eine erzieherische Wirkung auf Geist und Charakter des Menschen durch eine intensive Disziplin des Selbst und Läuterung des Herzens angestrebt.

Als eine jedes Jahr wiederkehrende Gelegenheit zur zwischenmenschlichen Solidarität, lernt der Gläubige in diesem Monat den Bedürftigen und Mittellosen auf der ganzen Welt Bescheidenheit, Rücksicht und Sensibilität entgegenzubringen. Der Fastende spürt am eigenen Leib, dass Besitz und Reichtum keine Selbstverständlichkeiten, sondern vielmehr eine Gnade Gottes und jederzeit vergänglich sind.

Möge der Ramadan, gemäß eines Prophetenausspruchs „zu Beginn Segen, in der Mitte Vergebung und zum Schluss Erlösung von der Hölle” (Ṣaḥīḥ Ibn Huzaima, 3/191) bringen und den Weg zum Frieden, zur Gerechtigkeit sowie zum Segen unter den Menschen ebnen.

 

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